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Um den Likörgenuss voll auskosten zu können, sollte man die
nachfolgenden Grundregeln und Hinweise beachten
1.) Die Trinktemperatur:

Nur minderwertige Qualität wird kalt serviert
Je minderwertiger und aromaärmer eine Spirituose ist, desto kälter muss sie serviert werden!

Ein hochwertiges Destillat oder edler Likör kann immer "wärmer" serviert werden. Ideal ist eine Temperatur um 18 Grad Celsius.

Wie erreicht man die optimale Temperatur?
-Das Destillat mit ca. 15 Grad lagern, denn beim Einschenken in ein ungekühltes Glas erhöht sich die Temperatur.
-Das Glas auf ca. 13 Grad kühlen und ein raumtemperiertes Destillat einschenken.
-Destillate und Gläser bei 17 Grad lagern.

Ist ein Likör zu warm, präsentiert sich der Inhalt zu breit oder zu flach, auf jeden Fall zu wenig markant. Ist ein Likör zu kalt, können sich Aroma 
und Geschmack nicht entfalten. Die Geschmacksnerven werden irritiert oder sogar "betäubt". 
Durch zu niedrige Temperaturen können Fehler verdeckt werden.


2.) Das richtige Likörglas

Es macht schon Sinn, wenn man für Likör das richtige Glas verwendet, da die Glasform einen entscheidenden Einfluss auf den Geschmack hat. Ein Wasserglas oder ein normales Schnapsglas ist sicher nicht besonders geeignet, guten Likör zu genießen. Am Besten geeignet ist ein Süßweinglas oder ein spezielles Likörglas, ähnlich geformt wie ein Weißweinglas, jedoch geringeren Volumens.


3.) Richtiges Einschenken

Ein Likör wird vorsichtig eingegossen und nicht ins Glas geschüttet. Bei edlen Likören sollte man das Glas auch noch neigen, damit der Liqueur sanft in dieses fließen kann.


4.) Die Verkostung

Auge - Die erste visuelle Prüfung
Das Glas an Sockel oder Stiel anfassen. So bleibt es sauber und die Sicht auf den Inhalt ungetrübt. Den Inhalt vor einem hellen Hintergrund betrachten. Das Glas vom Körper wegneigen, damit sich Farbe, Klarheit und Tiefe auch durch den Rand betrachten lassen. Das Licht im Raum sollte hell, aber nicht grell sein. Klare, strahlende, natürliche Farben der Sorte entsprechend, deuten auf Qualität.

Den Likör schwenken und atmen lassen
Das Likörglas ­- es darf nicht zu voll sein ­- kreisen lassen. Kurze Bewegungen lassen den Inhalt hochschwappen. Wer nichts verschütten möchte, kann das Glas dabei auf den Tisch stellen. So nimmt der Likör eine Sauerstoffdusche und flüchtige Stoffe setzen sich frei. Die Schlieren an der Glaswand verraten viel über den Inhalt. Sind sie breit und schwer -­ Kenner sprechen von "Tränen" oder "Kirchenfenstern" -­ erweist sich der Liqueur als alkohol- und extraktreich.

Nase - Die Prüfung des Geruchsbildes des Likörs
Im Wechsel von Schwenken und Riechen entsteht das Geruchsbild des Likörs. Der erste Eindruck ist wichtig, denn die Nase gewöhnt sich rasch. Gute Liköre können sehr reichhaltige Geruchsnuancen aufweisen.

Der erste Schluck
Er kann leicht zu einem Festival der Sinneseindrücke geraten. Zu den Düften gesellen sich jetzt Säuren, Tannin, Zucker oder Minerale. Wer einen bestimmten Geruch festgestellt hat, kann sofort überprüfen, ob der Likör auch danach schmeckt. 

Wer das Gesamtbild erfahren möchte, sollte eine geringe Menge schlucken. Die Zungenspitze empfindet die Süße, im ersten Drittel der Zunge und an deren Rand kann Salz herausgeschmeckt werden, dahinter und an der Wurzel lassen sich bittere Noten feststellen. 

Der "Abgang", so heißt der Nachgeschmack, sagt viel über die Likörqualität. "Lang und nachhaltig", deutet er auf ein Spitzenprodukt hin, "kurz" oder "stumpf", auf eine mindere Qualität.


Nachfolgend sind noch einige bekannte Begriffe aus der Sensorik erklärt (Kleines Sensorik ABC):

Abgang
Nachgeschmack, den der Wein, eine Spirituose oder ein Liqueur nach dem Schlucken hinterlässt. Ein schöner, nachhaltiger Abgang ist ein besonderes Gütemerkmal. Gemessen wird der Abgang in "Caudalies" (Abgang in Sekunden).

Aroma
Zusammenspiel von Geruch und Geschmack, das sich während der Verkostung / Degustation bemerkbar macht.

Aussehen
Merkmal, das alle visuell wahrnehmbaren Sinneseindrücke eines Lebensmittels umfasst: Teilbereiche des Aussehens sind z.B. Form, Oberfläche, Gefüge, Farbe,Glanz, Klarheit, Trübung, Opaleszens.

Charakter
Weisen eine Speisen, Weine, Spirituosen oder Liköre auf, wenn sie ein deutlich unverwechselbares Aroma besitzen.

Depot
Bodensatz im Wein, meist bestehend aus Weinsäurekristallen und Gerbstoffen; bei Rot- und Dessertweinen ein Qualitätsmerkmal.

Dreiecksprüfung
Sensorische Prüfung von 3 Proben zur Feststellung von geringfügigen Unterschieden einzelner oder komplexer Sinneseindrücke, wobei 2 Proben ident sind und nach der abweichenden Probe gefragt wird. Die Proben werden in Form eines Dreiecks aufgestellt.

Duo-Trio-Test
Unterschiedsprüfung zum Feststellen geringer Unterschiede. Welche der Proben A und B stimmt mit dem Standard überein?

Einfach beschreibende Prüfung
Verfahren zur verbalen Charakteristisierung von Merkmalen oder Merkmalseigenschaften von Prüfproben.

Fehlgeschmack, Fehlgeruch
Unerwünschter Geruchs- bzw. Geschmackseindruck, der in der Regel als unangenehm empfunden wird und zur Produktablehnung oder Irritationen führt.

Flavor / Flavour
Summe der geruchs-, geschmacks-, thermischer und haptischer Eindrücke.

Form
Durch die äußere Gestalt des Prüfmerkmals hervorgerufene visuelle Eindrücke.

Fremdgeruch
Olfaktorischer Eindruck, der nicht charakteristisch für das Prüfmerkmal ist.

Fremdgeschmack
Gustatorischer Eindruck, der nicht charakteristisch für das Prüfmaterial ist.

Gefällig
Angenehmer Geschmack eines Likörs.

Geruch
Gesamtheit, der mit Hilfe des Geruchssinns beim Riechen von flüchtigen Substanzen wahrgenommener Sinneseindrücke, Merkmal zur Beschreibung und Bewertung der sensorischen Qualität.

Geruchseindruck
Alle Eindrücke, die durch Einwirkung von flüchtigen Substanzen auf die in der Geruchsschleimhaut der Nase befindlichen Rezeptoren entstehen.

Geruchsgedächtnis
Das Einprägen von Gerüchen kann erlernt und muss zur Aufrechterhaltung regelmäßig trainiert werden.

Geruchssinn
Vermittelt über die Riechzellen (Chemosensoren der Riechschleimhaut) olfaktorische Eindrücke. Über die rückwärtige Mund-Nasen-Verbindung (Choanen) kann ein Geruchseindruck auch vom Mundinhalt entstehen (retronasales oder choanales Riechen).

Geschmack
Die gustatorisch wahrnehmbaren Grundgeschmacksarten süß, sauer, salzig, bitter. Prinzipiell meint man alle gustatorischen, olfaktorischen und haptischen Sinneseindrücke, die bei der Aufnahme eines Nahrungs- oder Genußmittels in den Mundraum entstehen.

Geschmackseindruck
Über Geschmackszellen (gustatorische Sensoren) wahrnehmbare Merkmalseigenschaften.

Geschmackssinn
Vermittelt über Geschmackszellen (Chemosensoren), die in der Mundschleimhaut, aber auch im Rachen und oberer Speiseröhre liegen, gustatorische Eindrücke.

Gesichtsinn
Sinneseindrücke, die über das Auge festgestellt werden. Als Sensoren dienen Stäbchen und Zapfen deren Wahrnehmungen (Farben, Formen und Kontraste) an die angeschlossene Sehbahn weitergegeben werden.

Grundgeschmacksarten
Damit werden die gustatorischen Eindrücke süß, sauer, salzig und bitter bezeichnet. In Japan wird eine fünfte Grundgeschmacksqualität, der sog. Umami (Monosodiumglutamat) hinzugefügt.

Harmonisch
Ein Wein oder Likör, bei dem Süße und Säure, Körper und Alkoholgehalt, in ausgewogenem Verhältnis stehen.

Intensität
Ausprägung von Merkmalseigenschaften.

Knusprigkeit
Haptische und akustische Sinneseindrücke beim Kauen einer Probe.

Konsistenz
Dichte, Festigkeit oder Viskosität eines Stoffes, die haptisch durch Drücken, Befühlen, Kauen und Schlucken wahrgenommen wird.

Merkmal
Eigenschaften, die sinnesphysiologisch gleich erfaßt werden. Z.B. Aussehen, Geruch, Geschmack.

Mundgefühl
Summe haptischer (taktiler und kinästhetischer), thermischer und nozizeptiver Eindrücke im Mundraum, z.B. Härte, Elastizität.

Nachgeschmack
Sinneseindruck, der nach dem Abschlucken lange anhält.

Off-Odour
Fehlgeruch, unerwünschter Nebengeruch.

Off-Taste
Fehlgeschmack, unerwünschter Beigeschmack.

Organoleptische Prüfung
Subjektiv beeinflußte Produktprüfung mit den menschlichen Sinnen.

Paarweise Vergleichsprüfung
Verfahren um festzustellen, ob zwischen zwei zu prüfenden Proben ein Unterschied hinsichtlich eines Merkmales besteht.

Produktprofil
Zusammenfassung der Intensität verschiedener Merkmalseigenschaften einer Probe.

Prüfer
Prüfperson, die ihre Eignung nachgewiesen hat und für die Prüfaufgabe geschult ist (Prüfverfahren, Produkt).

Prüfkritierium
Vom Prüfungsleiter für die sensorische Prüfung festzulegendes Kriterium des Prüfmusters.

Punkteskala
Numerische Form der Kategorienskala, bei der die Intervalle sowie Anfangs- und Endpunkte festgelegt sind. Z.B. 5-Punkte-Skala

Qualifikation
Fähigkeiten und Fertigkeiten, die durch Schulung und Übung mit ausgewählten Prüfverfahren und Prüfmaterialien erlangt und nachgewiesen werden.

Reiz
Umwelteinwirkung auf Sinneszellen, wodurch Sinneseindrücke hervorgerufen werden.

Reizschwelle
Minimale Reizintensität, die eine Empfindung hervorruft, die infolge der geringen Intensität qualitativ nicht beschreibbar ist; Synonym für Empfindungsschwellenwert.

Rezeptor
Nervenzelle, die durch Reize erregbar ist; für die Lebensmitteluntersuchung kommen Rezeptoren für optische, akustische, chemische, thermische, mechanische und schmerzauslösende Reize in Betracht.

Reintönig:
Für die Likörsorte typischer Geschmack und Duft ohne Nebentöne.

Sensorik
Wissenschaft vom Einsatz menschlicher Sinnesorgane zu Prüf- und Meßzwecken. Produkteigenschaften werden durch die Sinne Gesicht (Auge), Geruch (Nase), Geschmack (Mund) und Gehör (Ohren) empfangen, ermittelt und analysiert.

Sensoriker
Mit Theorie und Praxis der Sensorik vertraute Person, welche die Qualifikation als Prüfer erfüllt.

Sensorische Analyse
Planung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von sensorischen Prüfungen, sowie (soweit erforderlich) Interpretation der Ergebnisse. Die menschlichen Sinne dienen als Meßinstrument.

Wahrnehmung
Über die Sinnesorgane aufgenommene Information ohne Erkennungscharakter, aber mit Qualitäts- und Intensitätscharakteristik.

Würzig
Ausgeprägter, oftmals komplexer Geschmack.