Ave-Vitas | Philosophie | Wissenswertes | Manufaktur | Partner-Links | Sortiment Presse        | Empfehlen Sie uns






Geschichte der Liköre
Das Wort "Likör" leitet sich von dem lateinischen "liquor"ab und bedeutet auf Deutsch soviel wie "Flüssigkeit". Es ist bekannt, dass die Italiener bereits im Jahr 1332 süss duftende, geistige Getränke nach Paris brachten, welche sie "Liquori" nannten (franz.: "Liqueur"). Anhaltspunkten zufolge haben 3000 Jahre vor Christus die Ägypter bereits 28 Weinsorten gekannt. Damals brauten sie eine flüssige Nahrung in Form von Bier aus Weizen, Hirse, Datteln, Stutenmilch, Pilzen, Hanfblättern und Honig. Etwa um 1800 vor Christus gewannen die ersten Destillateure aus Holzspänen, Kräutern, Zypressenholz und Myrtenästen ätherische Öle. Dieses Verfahren setzten die Araber ein, um Trauben und Palmweine so zu behandeln, dass daraus Schnaps gewonnen werden konnte.

Die Grundsubstanz aller hochprozentigen Getränke, der Alkohol, wurde vielleicht zum ersten Mal zwischen 1050 und 1150 durch einfache Destillation aus Wein im arabisch geprägten Süditalien gewonnen. Daher kommt der Name Branntwein, gebrannter Wein (spiritus vini, Geist des Weines). Im frühen Mittelalter galt er als sehr kostbare Arznei und hieß "aqua vitae" (Lebenswasser). Später entstand hieraus der Sammelname "Aquavit", den man heute noch in den skandinavischen Ländern und bei uns findet. Schon sehr bald nach der Erfindung der Alkoholgewinnung aus Wein begann man mit der Verfeinerung dieses Produktes. Durch Zugabe von Zucker und verschiedenen angenehm riechenden Pflanzenstoffen stellte man wohlriechende, süß schmeckende Getränke her, die sich sehr schnell eine große Beliebtheit erwarben. Blättert man in der Geschichte der Likörherstellung zurück, findet man einen Zusammenhang mit der geheimnisvollen Alchimie. Etwa im 16. Jahrhundert befassten sich nur wenige Eingeweihte hinter verschlossenen Türen mit der Kunst der Likörzubereitung nach alt überlieferten Rezepturen. Diese Tatsache kommt auch darin zum Ausdruck, dass sich Likörfabriken in Frankreich seit Jahrhunderten im Besitz ein und derselben Familie befinden. Auf diese Weise wurden die geheimnisumwitterten Rezepturen von einer Generation auf die andere überliefert. Es waren im Besonderen die Klöster, die in der Entwicklung der Likörherstellung eine führende Rolle spielten. Wie der Benediktiner und der Chartreuse, so haben die meisten großen Liköre wie Maraschino, Curacao, Parfait d'Amour usw. ihre eigenen Entwicklungsgeschichten. Sehr vielen Likören wurden im Mittelalter (zum Teil auch heute noch) große Heilkraft und Verdauung anregende Wirkung zugeschrieben. Man nannte sie deshalb auch Lebenselixiere. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade die Klöster, die sich ja seit jeher mit Heilkräutern beschäftigten, für die Verbreitung dieser Getränke sorgten.

Der ganze Werdegang bis zur heutigen Likörindustrie vollzog sich sehr langsam.
Zuerst begann der berühmte Arzt und Alchimist Theophrastus Bombastus von Hohenheim - Paracelsus - mit dem Extrahieren von Kräutern und Gewürzen mit Alkohol. Die so entstandenen gezuckerten Auszüge stellten eine neue Art von Likör dar. Sie fanden jedoch keinen Anklang, da die Qualität sehr zu wünschen übrig ließ. Die Ursache lag darin, dass man nur sehr verdünnten Alkohol zur Verfügung hatte und viele Stoffe, die heute in der Likörfabrikation Anwendung finden, noch gar nicht kannte. Im 16. Jahrhundert gab z. B. Gaultherie H. Ryff in einem Destillierbuch genaue Rezepturen für die Herstellung des "Aqua vitae compositae" (auch Guldinwasser genannt), dem Vorläufer des Goldwassers, an. Mit dieser Zusammensetzung nähern wir uns schon den heutigen Kräuterschnäpsen, die in ihrem damaligen Charakter den heutigen Destillatlikören in etwa entsprochen haben. Erst seitdem man reinen Alkohol in großen Mengen in hochgradiger Form herstellen und die notwendigen Geruchs- und Geschmacksstoffe bereiten kann, hat die Likörfabrikation enormen Aufschwung genommen. Der Schritt von Paracelsus bis zur Gegenwart, ist nicht nur ein Schritt durch Jahrhunderte, sondern er stellt auch die Entwicklung vom Kleingewerbe bis zur Großindustrie in der Likörbereitung dar.